Im sanft hügeligen Südburgenland, konkret im nördlichen Teil des
Bezirks Güssing, liegt die Marktgemeinde Güttenbach mit Ihren 1.026
Einwohnern.
Die seit jeher vorherrschende Eigenständigkeit der Gemeinde - keine
Ortsteile - hat schon früh das Bewußtsein um die
Eigenverantwortlichkeit geschaffen und gleichzeitig Werte wie
Einheit und Gemeinsamkeit gestärkt.
Über 80 % dieser Einwohnerschaft gehören der kroatischen
Volksgruppe des Burgenlandes an, die seit a. 450 Jahren diesen Raum
bevölkert. Güttenbach ist keine Neuansiedlung der Kroaten, sondern
dieser 1427 erstmals urkundliche erwähnte deutsch-ungarische Ort
wurde im 16. Jahrhundert von den Kroaten aufgefüllt und später
assimiliert.
Bis zum heutigen Tag hat sich eine Zweisprachigkeit im privaten wie
öffentlichen Leben entwickelt, die ein gutes Miteinander im Geiste
der Toleranz sicherstellt. Diese gelegte Zusammengehörigkeit ist
auch der Motor für das rege Dorfleben, für die ständige
Weiterentlicklung der Gemeinde und der Interessen und Bedürfnisse
ihrer Bürger.
In diesem Zusammenhang sei nur die Aufbruchstimmung des letzten
Jahrzehnts erwähnt, die mit der Installierung eines eigenen
Gemeindeamts in Güttenbach (nach Auflösung einer
Verwaltungsgemeinschaft), mit der Bildung eines eigenständigen
Sanitätskreises und der Anstellung eines Kreisarztes, mit der
Einrichtung eines eigenen Standesamtes und schließlich mit der
Wappenverleihung und der Markterhebung ihren Höhepunkt erfahren
hat.
Aber auch die wirtschaflitchen Verhältnisse wurden verbessert: Der
Bauernstand konnte die Erfolge der Kommassierung nutzen und durch
gezielte Maßnahmen mit der Raumplanung und spezieller Förderungen
bei der Infrastruktur konnte vielen Jugendlichen der Einstieg in
die gewerbliche Selbstständigkeit ermöglicht werden.
Das prägende Aushängeschild ist aber das Vereins- und
Kulturgeschehen der Gemeinde, das die Nachteile des Wochenpendelns
und der damit drohenden Abwanderung aufwiegt. Die Vereine machen
gezielte Kinder- und Jugendarbeit, wobei bereits im frühen Stadium
Verwantwortung übertragen wird. Viele Vereinserfolge sind dadurch
gesichert und die Gemeinde hat mit der Bevölkerungsentwicklung
nicht jene Probleme, wie sie in der Region vorherrschend sind.
Gezielt greift die Gemeindeverwaltung in dieses Vereinsleben ein:
regelmäßige Vereinskonferenzen im Gemeindeamt, gemeinsame
Veranstaltungen, Gemeindeamt als Servicestelle für die Verwaltung
der Vereine, erhöhte Subventionen für Arbeit mit Jugendlichen
usw.
Das Siedlungswesen der Gemeinde ist gekennzeichnet durch eine weit
auseinander gezogene Struktur, durch die Konzentration aller
öffentlichen Bauten und Einrichtungen mit dem Festplatz in der
Ortsmitte. Dabei ragt als architektionische Besonderheit die mit 3
runden Türmen ausgestattete Kriche als Sehenswürdigkeit
heraus.
Die Steigerung des Angebots der kommunalen Infrastruktur wie
zentrale Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung, Straßen- und
Freizeiteinrichtungen geht konform mit den landesweiten Bemühungen
und finanziellen Unterstützungen.
|